Sonntag, März 12, 2006

Vorpremiere

Bevor es durch geschwätzige Referrer oder illoyales Geflüster am Rande einer DFB-Trainertagung bekannt wird, wollen wir lieber die Gunst der Stunde nutzen und noch selbst Einfluss auf den Charakter der Meldung nehmen:

Die quälend umständliche Feinjustierung des neuen Weblogs-Systems ist einigermaßen in trockenen Tüchern. Bitte hier entlang und einen ungestümen Applaus für den CSS-Architekten Michael Matthies, der sehr unter meinen detailliert vorgetragenen Designwünschen zu leiden hatte.

Jetzt heißt es, die Flut von RSS-Feeds zu koordinieren, die neue Domain (jurabilis.de) bekannt zu machen und zu hoffen, dass Blogger.com bald die Datenbankprobleme in den Griff bekommt, damit einem Import der alten Beiträge nichts mehr im Wege steht.

Bis auf Weiteres bleibt "das alte jurabilis" natürlich geöffnet!

Samstag, März 11, 2006

Unfreiwillige Komik

Lieber Fußballfreund,

vielen Dank für Ihre Ticket-Bestellung für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (TM).

Wir werden Ihre Bestellung ca. 6-8 Wochen vor Turnierbeginn an Sie versenden. Die
Tickets werden persönlich übergeben. Falls der Zusteller niemanden antrifft, hinterlässt er eine Benachrichtigung, die Sie über das weitere Vorgehen informiert.

Damit Ihre Tickets korrekt zugestellt werden können, vergewissern Sie sich bitte spätestens bis zum 17.03.2006 in Ihrem Customer Self Service, dass die von Ihnen angegebene Lieferanschrift richtig ist.

[...]

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (TM).

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr 2006 FIFA World Cup (TM) Ticketing Center
Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen ...

Mediator: Mann der Mitte

Seit Cornelius Filipski als Mediator tätig ist, haben ihn seine Freunde doppelt so gern. Denn der 31-Jährige weigert sich standhaft, bei Ehekrächen, Nachbarschaftsstreitigkeiten und Job-Konflikten Stellung zu beziehen. Selbst wenn man ihn flehentlich um einen Tipp bittet, hält er stur den Mund. "Die meisten Leute wollen doch gar nicht wissen, wie der Konflikt gelöst werden kann", sagt er, "oft suchen sie nur jemanden, der ihre Position teilt und sie darin bestärkt. Im Freundeskreis kann man sich damit leicht in die Nesseln setzen."
Der SZ-Artikel bringt die Erkenntnis:
Im Luxus leben kann man als Mediator nicht. Dafür ist der Beruf zu jung und zu unbekannt, die Ausbildungskosten mit 1000 bis 2000 Euro nicht elitär genug. Aber für Psychologen, Therapeuten, Trainer, Juristen, Unternehmens- und Personalberater ist der Nachweis einer nebenberuflichen Ausbildung an einem Hochschulinstitut oder bei einer der zahlreichen deutschen Mediatorenvereinigungen oft das Sahnehäubchen der beruflichen Vita.
Na dann.

Deutschlands beste Arbeitgeber 2006

Je dramatischer die Situation auf dem Arbeitsmarkt, umso beliebter scheint die Rangtabelle der besten Arbeitgeber, die seit 2002 jährlich in Deutschland vorgelegt wird. Dafür können Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern und Standort in Deutschland sich bewerben; deren Mitarbeiter müssen in Fragebögen ihre Meinung zu Kriterien wie Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist abgeben. Daraus werden die besten Arbeitgeber ermittelt, nochmals unterteilt nach ihrer jeweiligen Firmengröße.

Weitere Informationen, die komplette Liste der "Top 50" sowie Anmeldungen für den Wettbewerb "Deutschlands beste Arbeitgeber 2007" unter www.greatplacetowork.de.

FAZ.net: Software-Archive

Haben wir eigentlich schon mal auf das Software-Portal der FAZ hingewiesen?

Geist gegen Google

Über all der Aufregung und dem Widerspruch, den die Ankündigung des amerikanischen Unternehmens Google ausgelöst hat, innerhalb von sechs Jahren fünfzehn Millionen gedruckte Bücher zu scannen und über das Internet weltweit zugänglich zu machen, gerät leicht in Vergessenheit, daß die Idee tatsächlich so verführerisch wie monumental ist: Das gedruckte Wissen der Menschheit im Netz zugänglich zu machen, Buch für Buch, Seite für Seite, rund um den Globus abrufbar, in Tokio, im Kongo wie auf Tahiti, würde den Zugang zur Weltliteratur auf einen Schlag demokratisieren. Die Bestände der reichsten Bibliotheken stünden selbst denen offen, die nie eine Gelegenheit haben werden, sich in die Lesesäle zu setzen. Geschickt organisiert, wäre die Digitalisierung des globalen Kulturerbes ein Segen, eine einzigartige Chance.
[FAZ.net zu „Quand Google defie l'Europe”]

Richterbund warnt vor «parlamentarischem Schnelldurchlauf» bei Föderalismusreform

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zur Föderalismusreform am 10.03.2006 an die Abgeordneten appelliert, die Reform erst nach gründlichen und umfassenden parlamentarischen Beratungen zu verabschieden. In einem Brief an jeden einzelnen Parlamentarier warnte der DRB-Vorsitzende Wolfgang Arenhövel davor die Reform im Schnelldurchlauf zu verabschieden.

Mehr bei Beck Aktuell

Mittwoch, März 08, 2006

Blick zu den Nachbarn

Nach Wien schauen in letzter Zeit erwartungsvoll vor allem angehende Medizinstudenten, deren Pläne am deutschen nc gescheitert sind (in Österreich war das Studium für Österreicher zulassungsschrankenfrei, und nachdem laut EuGH diese Bedingungen auch für EU-Ausländer gelten müßten, wurden die Unis im letzten Jahr von Deutschen förmlich überrannt. Seit Februar versucht man sich mit einer – wasserfesten? – Quotenregelung zu behelfen).

Auch für Rechtswissenschaftler ist Wien aber einen Blick wert - nicht nur feiern dort Juristen auf hohem Niveau, auch der Verfassungsgerichtshof entscheidet etwa mit Pensionsreform und Datenschutz über Themen, die uns gleichermaßen auf den Nägeln brennen, und der Entwurf des Österreich-Konvents für eine Totalrevision der Verfassung mag Anregungen für aktuelle Fragestellungen liefern.

... Eigentlich hinweisen wollte ich aber auf den Newsletter meines Wiener Kollegen Konrad Lachmayer, der Veranstaltungen aus dem Bereich des Öffentlichen Rechts ankündigt, die „in Österreich, Europa oder international“ stattfinden.

Dienstag, März 07, 2006

Studiengebühren in Hamburg: Der Anfang ist gemacht

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg hat heute mit dem Entwurf des Studienfinanzierungsgesetzes die Einführung allgemeiner Studiengebühren auf den Weg gebracht. Parallel soll ein staatlich garantiertes Darlehensangebot etabliert werden. Der Gesetzentwurf wird nun der Bürgerschaft zur Beratung und zum Beschluss übermittelt, meldet Beck Online.

Samstag, März 04, 2006

Deppenfang

Nachdem der verbraucherschützende Kollege Ronny Jahn auf den "Hausarbeiten-Abo-Service" lernikus.de bereits hingewiesen hat, frage ich mich einmal laut, ob diese Leute ihr "Geschäftsmodell"
"Um den Inhalt dieser Kategorie zu sehen musst du dich kostenlos bei uns anmelden."
Kleingedrucktes:

"Nach dem Ablauf des Probezeitraumes, vierundzwanzig Stunden nach der Anmeldung, wird der Probezeitraum zu einem Abo zum Preis von sieben Euro monatlich bei einer Laufzeit von vierundzwanzig Monaten mit einer jährlichen Abrechnung im Voraus, die Ihnen in Rechnung gestellt wird."
wirklich für seriös halten und wieso sie im Impressum den Namen einer in Bloggerkreisen bekannten und geschätzten Sozietät als "rechtliche Vertretung" angeben.

Nachtrag: Blogger-Kollege Udo Vetter hat schnell klargestellt, dass kein Mandatsverhältnis bezüglich der Seite "lernikus.de" besteht.

Querulanten-Träume ...

... werden offenbar erst im Internet wahr: querulanten.net und skandalrichter.de bringen der staunenden Öffentlichkeit die Welt der chronisch Verfolgten näher.

Serendipity: Blogger.com-Import

Hat jemand Erfahrung mit dem Import von Blogger.com-Daten nach Serendipity? Gibt es sonst irgendwelche "bekannten Tricks", die Blogger.com/Blogspot.com-Daten zu sichern? Und last but not least: kann jemand einen umfassenden RSS-Feed von jurabilis erstellen, der zum Import nach Serendipity taugt?

Nachtrag: Wir suchen weiterhin kluge Köpfe, die sich mit der Materie schon mal auseinandergesetzt haben!

Freitag, März 03, 2006

Ausbildungsplätze für Referendare in Berlin

Das "Schwarze Brett" der Berliner Referendarabteilung füllt sich langsam. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das Angebot so schnell angenommen werden würde ...

Skript Anwaltsklausur

Auch RA Pascal Lippert hat ein - etwas umfangreicheres - Skript zur Anwaltsklausur im Zivilrecht verfasst. Das Werk gibt es hier als kostenlosen PDF-Download.

Baumbach'sche Kostenformel

Literaturhinweise für die Vertiefung:
Loibl, JA 1998, 56
Stegemann-Bockl, JuS 1991, 320
Viefhues/Viefhues, JuS 1992, 944
Werden eigentlich in anderen Bundesländern auch zunehmend Quotenberechnungen erlassen?

Klausurtaktik Anwaltsklausur Zivilrecht

Das PDF-Skript von Dr. Nadja Hagendorn ist einen Download wert.

Donnerstag, März 02, 2006

Nationalstolz weltweit

Nationalstolz ist generell weniger ausgeprägt bei Minderheiten, gebildeten und jungen Menschen. Auch die Länder des "Old Europe" neigen weniger zum Jubeln. Eine Erklärungsmöglichkeit ist die Globalisierung und das Gefühl, eher Europa als einem Nationalstaat anzugehören.

Unter den 10 Ländern, die generell am wenigsten patriotisch sind, findet sich auch Deutschland. Die Ostdeutschen sind wie die meisten Menschen aus den ehemaligen sozialistischen Ländern noch weniger selbstbewusst als die Westdeutschen. Bestimmte kulturelle Leistungen werden aber doch hoch eingeschätzt. Besonders stolz sind die Deutschen auf ihre Wirtschaft, aber erwartungsgemäß mögen sie sich nicht mit ihrer Geschichte brüsten.

Quelle: International Social Survey Programme, zitiert nach Weiß-Blog

Der Wimpernschlag

Die Universität Harvard, ein mythenbeladener Ort der Elite-Aufzucht, hat vergangene Woche ein Beben erschüttert, das die Professorenstuben noch lange vibrieren lassen wird. Dabei ist nicht einmal klar oder jedenfalls heftig umstritten, warum Präsident Larry Summers nach fünf kurzen Jahren zurücktrat – einem Wimpernschlag in der 370-jährigen Geschichte dieser Institution, in der eine Präsidentschaft nach Jahrzehnten bemessen wurde. Genauso umstritten ist, was dieser Rücktritt für die Universität und ihren Versuch bedeutet, sich für das 21. Jahrhundert neu zu erfinden. Ein Gang über den Campus bringt so viele Fragen wie Antworten, manche einander ergänzend, andere widersprechend, alle klug und irgendwie überzeugend, was ja kein Wunder ist, man befindet sich schließlich an der Harvard-Universität.
ZEIT 10/06

BVB endlich wieder Spitze

Der Fußballverein Borussia Dortmund verkauft sich im Internet laut einer Untersuchung der Universität Duisburg-Essen von allen 18 Bundesligaclubs am besten (PDF-Datei). Dies haben Wissenschaftler bei einem Vergleich der Online-Angebote festgestellt, geht aus einer idw-Mitteilung hervor. In der "E-Business-Liga" böten die Westfalen-Kicker den besten Internetauftritt und die meisten Sonderdienste für Fans, meldet Heise.

Wenn man es dann endlich wieder schaffen würde, gegen Mannschaften wie Bielefeld zu gewinnen ...

Umfrage

Die European Law Faculties Association (ELFA) / Europäische Vereinigung der Rechtsfakultäten (EVRF) führt derzeit eine Umfrage zur künftigen Gestaltung der Studieninhalte im Bereich Rechtswissenschaften durch. Dabei nehmen neben den Universitäten und ehemaligen Studenten (Alumnis) auch Arbeitgeber teil. Eine Teilnahme einer möglichst großen Anzahl von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten ist dabei von entscheidender Bedeutung. Nähere Informationen über die Teilnahme an der Umfrage befinden sich auf der Homepage der Universität Hamburg (genauer: in diesem PDF).